(Schwerin, 30.09.2026) Die Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zeigt nach sieben Monaten des Jahres 2026 weiterhin ein gemischtes Bild. Während die Auftragseingänge deutlich über dem Vorjahresniveau liegen und die positive Entwicklung des Vormonats bestätigen, bleiben Umsatz und Beschäftigung weitgehend stabil.
„Die Nachfrage nach Bauleistungen zieht wieder an. Aus den aktuellen Umsatz- und Beschäftigungszahlen lässt sich jedoch noch keine durchgreifende konjunkturelle Erholung ableiten. Die Unternehmen arbeiten weiterhin unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen“, erklärt Dr. Jörn-Christoph Jansen.
Umsatz
Der baugewerbliche Umsatz lag im Juli 2026 um 0,4 Prozent über dem Vorjahresmonat. In den ersten sieben Monaten des Jahres ergibt sich nominal ein Plus von 1,4 Prozent. Preisbereinigt entspricht dies jedoch weiterhin einem Rückgang von 2,2 Prozent.
Innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns entwickelten sich die Bausparten unterschiedlich. Zuwächse verzeichneten der Wirtschaftsbau (+8,7 %), der Hochbau (+3,4 %) und der Wohnungsbau (+0,5 %). Rückläufig entwickelten sich dagegen der Öffentliche Bau (-8,8 %) und der Tiefbau (-1,2 %).
„Der Umsatzzuwachs im Juli ist ein positives Signal. Besonders der Wirtschaftsbau profitiert von den laufenden Investitionen am Standort Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung im öffentlichen Bau, dass die Erholung noch nicht alle Bereiche gleichermaßen erreicht hat“, so Dr. Jansen.
Auftragseingänge
Die Auftragseingänge stiegen im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 18,0 %. Von Januar bis Juli ergibt sich ein Zuwachs von 17,2 % beziehungsweise preisbereinigt von 12,6 %. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Besonders dynamisch entwickelten sich im Juli der Öffentliche Bau (+63,9 %), der Tiefbau (+52,8 %) sowie der Wirtschaftsbau (+30,9 %). Rückläufig waren dagegen der Wohnungsbau (-31,2 %) und der Hochbau (-21,7 %).
„Die im Wirtschaftsbau erkennbaren Auftragseingänge passen zu den derzeit zu beobachtenden Investitionsaktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern. Größere Industrie- und Infrastrukturprojekte, beispielsweise der Ausbau von Ypsomed in Schwerin oder das angekündigte Rechenzentrumsprojekt in Dummerstorf, senden positive Signale für den Standort. Ob daraus eine dauerhaft höhere Bautätigkeit entsteht, wird sich allerdings erst in den kommenden Monaten an der Umsatz- und Beschäftigungsentwicklung ablesen lassen“, so Dr. Jansen.
Beschäftigung
„Erfreulich ist der leichte Beschäftigungszuwachs von 0,8 Prozent im Juli. Dies zeigt, dass die Bauunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin auf qualifizierte Fachkräfte setzen und die Branche ein verlässlicher Arbeitgeber bleibt. Knapp 300 neue Auszubildende sehen deshalb ihre Zukunft zurecht in der Bauwirtschaft“, schließt Dr. Jansen.
Alle Angaben beziehen sich auf Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern
Bauverband Mecklenburg-Vorpommern e. V.
Der Bauverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. ist der Zusammenschluss von Fachbetrieben des Bauhauptgewerbes und nahestehender Gewerke sowie weiterer Verbände, Unternehmen und Organisationen. Durch die Fusion des Baugewerbeverbandes und des Bauindustrieverbandes Mecklenburg-Vorpommern wurde er 2008 gebildet. Er versteht sich als Vertreter der Bauwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern.
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